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Mittwoch, 8. juli 2009 3 08 /07 /2009 14:18
[Trigami-Review]

Über die Wichtigkeit des freien Malens für Kinder habe ich hier ja schon berichtet. Ähnliches habe ich jetzt gerade über das Spielen gelesen. In Gehirn&Geist widmet sich die Titelgeschichte dem Spielen, genauer dem freien Spielen. Ohne pädagogische Ziele und Vorgaben und dennoch pädagogisch ungeheuer wertvoll. Spielen regt die Kreativität an – so weit - so bekannt.

Doch darüber hinaus haben Psychologen eine ganze Reihe weitere Faktoren entdeckt, die durch das freie Spielen positiv beeinflusst werden.

Es fördert die sozialen Kompetenz – auch das leuchtet eigentlich auf Anhieb ein. Besteht doch ein typisches kindliches Rollenspiel (ich denke mal an Vater-Mutter-Kind) aus einer Unmenge an Absprachen und Auseinandersetzung ('und ich wär der Vater' – 'und die Mutter tät einkaufen' – 'und das Kind soll Zimmer aufräumen').

Auch die Förderung der Sprachentwicklung erklärt sich an diesem Beispiel eigentlich von selbst, gut an der Grammatik darf dann später noch weitergearbeitet werden. Das Problemlösungsverhalten von Kindern wird durch derartiges freies Spielen ebenfalls gestärkt – gut vorstellbar, denn wie schnell wechseln die Rollen oder werden auch durchaus unkonventionell gelöst ('und das Kind tät jetzt lieber mit einkaufen gehen'). Auch beim Abbau von Stress und Angst hilft Spielen.

Weiterhin wurde in Tierversuchen festgestellt, dass das Spielen messbaren Einfluss auf das Gehirn - genauer auf Proteine, die das Wachstum von Nervenzellen anregen – hat. „Spielen sei die ursprünglichste Art des Lernens“ wird der Kinderpsychologe David Elkind zitiert und sein guter Ratschlag an die Eltern lautet: Die Kinder einfach öfter Kinder sein lassen.

Sicher – für dieses Fazit allein bräuchte es keine Fachzeitschrift, doch die Hintergründe zu dieser Aussage sind sehr spannend zu lesen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere interessante Themen aus den Bereichen Hirnforschung und Psychologie. Von „Antisoziale Persönlichkeiten“ über Ursachen des Messie-Syndroms, die Rolle von Psychologen bei Folter bis hin zum Feld der Zwangsstörungen reicht dabei die Bandbreite.

In allen mir vorliegenden Heften war das Niveau der Artikel erfreulich, gut verständlich geschrieben, und dennoch nicht trivial. Gerade Bereiche, die über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets hinausgehen, werden hier gut lesbar dargeboten. Was aber auch nicht weiter verwundert, kommt doch Gehirn und Geist aus dem Spektrum der Wissenschaft Verlag.

Ein kostenloses Probeexemplar kann hier bestellt werden, dabei handelt man sich kein verstecktes Abo ein, sondern erhält die aktuelle Ausgabe zusammen mit einem Fragebogen ohne weitere Verpflichtungen.

von Sabine - veröffentlicht in: Sonstiges - Community: Wellness und Gesundheit
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